Abschied fossiler Brennstoffe

Zahl der Neuzulassungen von E-Autos zeigt, es ist noch viel zu tun

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Ist der Unterschied zwischen einem E-Auto und einem klassischen Verbrennungsmotor wirklich so groß, lautet eine oft gestellte Frage. Dafür gibt es seitens vieler Klimaexperten ein schlagkräftiges Argument: Die derzeit große Herausforderung besteht im Klimaschutz, der ohne Elektromobilität nicht machbar ist. Das Äquivalent für 100 elektrisch gefahrene Kilometer besteht in weniger als einem Liter Kraftstoff, zudem kann Strom aus erneuerbaren Energien zur Batterieaufladung genutzt werden. Das ist nur ein Aspekt, der unzählige Städte und Gemeinden inspiriert, ihre Elektromobilität im Einzelnen sowie neue Mobilitätskonzepte im Allgemeinen auf den Weg zu bringen. So auch die Rheinmetropole, denn seit April dieses Jahres steht es fest: Köln beschließt im Rahmen zur Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität den Ausbau der Lade­infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Dabei sind die vorgesehenen 400 Ladepunkte an rund 200 Ladesäulen so im Stadtgebiet zu verteilen, dass eine möglichst flächendeckende Versorgung unter Berücksichtigung der potenziellen Nachfrage und Bedarfe gewährleistet ist. Geplant ist mindestens eine Ladesäule pro Stadtteil. Nach Erreichen der anvisierten 400 Ladepunkte zählt die Stadt dann insgesamt ca. 900 Stellen zum Aufladen – alle gespeist zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Führe dies zu einer Zunahme der Zulassungen an privaten und gewerblichen Elektrofahrzeugen, so sieht das Konzept eine neue stufenweise Erweiterung von Ladesäulen vor. Dieser Ausbau ist Teil des „Stadtentwicklungskonzepts Mobilität und Verkehr“ und des Strategiepapiers „Köln mobil 2025“. Beides steht für den Beginn der städtischen Mobilitätswende. Die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und fünf regionale Energieversorgungsunternehmen verfolgen mit der Initiative „eStart“ selbiges Ziel. Darüber hinaus möchten sie die Öffentlichkeit über die Vorteile und Chancen der E-Mobilität umfassend informieren. Seit 2013 findet dazu der „Tag der Elektromobilität“ in Bonn statt. Die flächendeckende Erschließung aller Ladestationen im Gebiet um Köln und Bonn wird in einer jeweiligen App visualisiert, um die Nutzer zum nächstliegenden freien Ladepunkt zu navigieren. Wie lange ein solcher Ladevorgang dauert, hängt nicht davon ab, ob man an einer öffentlichen Ladestation oder Zuhause lädt. Ausschlaggebend ist die in kW gemessene verfügbare Ladeleistung an der Ladestation, die Art der Ladung – DC Schnellladung oder AC Normallladung –, die verbaute Ladetechnologie im Fahrzeug, sie variiert zwischen 3 und 22 kW und zu guter Letzt bildet der Ladezustand der Fahrzeugbatterie ein entscheidendes Kriterium. Den Voraussetzungen entsprechend, dauert ein vollständiger Ladevorgang in der Regel zwischen 30 Minuten und sieben Stunden. Gebräuchlich für den Heimbereich ist die AC Wechselstromladung mit im Fahrzeug integriertem Ladegerät. Für eine Ladeanschlussvorrichtung eignet sich jedoch nicht die normale Haushaltssteckdose, sondern eine dafür konzipierte (Wand-) Ladestation. Ihre Notwendigkeit liegt in der Umwandlung vom hauseigenen Wechselstrom in den von Batterien benötigten Gleichstrom. Für deren Einbau sollte ein Fachmann beauftragt werden. Ganz besonders, wenn die Einspeisung der Energie über eine Photovoltaikanlage erfolgt.

Regionaler Überblick – Köln Bonn

– Zulassungen Batterieelektrischer Fahrzeuge in NRW gesamt: Jan.–Mai 2019: 4.551, insgesamt 16.717, Stand April 2019 (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt)
– Köln: Zulassungen PKW 476.270, davon 820 E-PKW (rein elektrisch), Quelle: Stadt Köln 12/2018
– Bonn: Zulassungen PKW 255.732, davon 397 E-PKW, Quelle: Stadt Bonn 12/2018
– Ladestandorte in Köln: ca. 40 (öffentlich zugänglich)
– Ladestandorte in Bonn: ca. 38 (öffentlich zugänglich)
– Ca. 50 Modelle zählen alle Fahrzeugklassen der E-Cars, längste Reichweite im Kleinstauto-Segment: Kia e-Soul mit 462 km, in der Oberklasse führt Tesla mit bis zu 610 km das Ranking an
– Vehicle-to-Grid: E-Car als Kraftwerk: zu viel eingespeister Strom wird dem öffentlichen Netz wieder zurückgegeben
– Fördermaßnahmen: temporär kostenfreies Parken + Laden, 10 Jahre Befreiung von der KFZ-Steuer, Kaufprämie für E-Cars (4.000 Euro für batteriebetriebene Fahrzeuge, ausgeschlossen sind Fahrzeuge über 60.000 Euro), Bezuschussung von privaten Wallboxen bis max. 500 Euro
– Verschiedene Fördermaßnahmen wie z. B. „Progres.NRW-Emissionsarme Mobilität“ oder „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“

Die gängigsten Stecker

– Standard in Deutschland: verschied. CEE-Typ-2 Stecker für Wechselstrom-Ladestationen mit 3, 7, 11 oder 22 kW
– Combo-Stecker Combined Charging System (CCS): als Ergänzung des Typ-2-Steckers gedacht für Schnellladestationen, unterstützt das Laden mit Wechsel-, aber auch Gleichstrom mit bis zu 170 kW
– CHAdeMO-Stecker: in Japan entwickelt, bisherige Kompatibilität mit Citroën, Honda, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Subaru, Tesla (mit Adapter) und Toyota
– Tesla Supercharger: Eine modifizierte Version des Mennekes-Stecker Typ 2. Diese erlauben eine Aufladung des Model S zu 80 % innerhalb von 30 Minuten bei einer Ladeleistung von bis zu 120 kW (Gleichstrom). Bisher keine Kompatibilität mit anderen Herstellern.

Ladekabel

– Mode 2: zum Anschluss an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose. Die Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladeanschluss übernimmt dabei eine Box, die zwischen dem Fahrzeugstecker und Anschlussstecker geschaltet ist (ICCB, in-cable control box).
– Mode 3: Verbindungskabel zwischen Ladestation und Elektroauto, üblicherweise mit Typ-2-Stecker (EU-Standard)

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|19)

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