Villa Anno 2019 

Trapez, Halbkreis, Diagonale – virtuoses Formenspiel auf einem Eckgrundstück

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Die Waldkolonie ist eines von drei Villenvierteln in Pasing – der ehemals selbstständigen Stadt im Westen Münchens. Alle drei Viertel entstanden schon vor dem Ersten Weltkrieg, Pasing I und II nach Planungen von August Exter sowie die Waldkolonie, geplant vom Exter-Schüler Louis Ende. Aufgrund der inhomogenen Bebauung stehen nur einige herausragende Villen und nicht das gesamte Viertel unter Denkmalschutz. Das Münchner Architekturbüro Jacob und Spreng erhielt den Auftrag, ein Eigenheim für eine Familie mit zwei kleinen Kindern zu entwerfen, das sich sowohl in die Umgebung einfügt als auch den Charakter des Viertels weiterführt, sprich dem Anspruch gerecht wird, eine heutige Variante einer ‚gehobenen‘ Architektur zu repräsentieren. Das Haus steht an der Gabelung zweier Straßen, sodass das Eckgrundstück eine leichte Rundung aufweist, das der Baukörper mit einer verglasten Eingangssituation im Norden nachvollzieht, während das Garagentor die diagonale Baulinie entlang der Straße fortsetzt. Auf dem trapezförmigen Grundstück mit einer Größe von 630 m² entstand ein dreigeschossiges Einfamilienhaus mit 330 m² Wohnfläche. Im Erdgeschoss gelangt man vom gläsernen Eingang in die Diele und angrenzend in ein fließendes Raumkontinuum von Küche, Essplatz und Wohnen und einer großen Terrasse im Süden. Ein imposanter, drehbarer Hängekamin kann in den Übergangsjahreszeiten das gesamte Erdgeschoss mit Wärme versorgen. Das gläserne, runde Entree bildet einen Luftraum bis in das Obergeschoss und bringt somit viel Licht in das Gebäude. Eine von außen sichtbare viertelgewendete Sichtbetontreppe führt in das 1. Obergeschoss, dem Reich der Kinder. Weil den Bauherren die raue Optik der Betontreppe so gut gefiel, wurde auf die ursprünglich geplante Metallverkleidung verzichtet. Oben gelangt man zunächst in den Spielflur, von dem die beiden Kinderzimmer, Kinderbad und -ankleide sowie ein wahlweise Gäste- oder Arbeitszimmer abgehen. Dieser Bereich öffnet sich zur Galerie und ist mit einer Faltwand abtrennbar. Ein Balkon liegt direkt über der Terrasse im Erdgeschoss. Über eine diagonale Treppe, die auch als Möbelstück fungiert, gelangt man in das aufgesetzte Terrassengeschoss der Eltern, mit einer in das Schlafzimmer integrierten Badewanne samt Whirlpool sowie separater Ankleide, WC und einem Extrabad und der großzügigen Terrasse. Außen liegende, weiß verputzte Flächen und zurückgesetzte Fenster bilden die Fassade. Das ‚weiße Band‘ der Fassade verspringt in der Höhe, je nachdem, ob es Fenster- oder Balkonbrüstung ist.  Das Haus ist mit modernster Technik ausgestattet, samt E-Ladestation und Heizwerk mit Brennstoffzellen.

www.jacobundspreng.de

 
Wohnfläche: 330 m²
Grundstücksgröße: 630 m²
Bauzeit: Ende 2016 bis Mitte 2018
Bauweise: Stahlbetonbau
Energiekonzept: Brennstoffzellenheizung

Fotos:

Jonathan Sage
www.jonathansage.de

(Erschienen in CUBE München 01|19)

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