Dem eigenen Stil Raum gegeben
Runderneuert mit Einbaumöbeln, Beleuchtung und viel Liebe zum Detail
Wer seine eigenen vier Wände bezieht, möchte sie nach seiner Fasson gestalten. Der Vorbesitzer mag Geschmack und Stil gehabt haben, aber es war eben nicht der eigene. Bei hochwertigem Wohnraum lässt sich dennoch einiges erhalten, zumal wenn der Zahn der Zeit gerade mal zehn Jahre genagt hat. Das erkannte Innenarchitekt Philipp Beilstein sehr schnell, als er die Wohnung in Köln-Lindenthal renovieren sollte. Im vorhandenen Grundriss entwickelte er ein neues Raumkonzept, das den Vorstellungen und dem Wohnstil seiner Kunden entspricht.
Die Parkettböden wurden dafür lediglich überarbeitet und auch in den Bädern konnte einiges erhalten bleiben. Frischen Wind brachte das Einrichtungskonzept, das sich auf Einbauten stützt. Die fallen im Ergebnis kaum auf, was für die gelungene Planung und präzise Umsetzung spricht. „Die Herausforderung bei solch einem Projekt liegt im Detail. Wir haben das mit sehr guten Handwerkern umgesetzt“, betont Beilstein. Für einige der Schränke hat er sogar Belegungspläne erstellt. Hinter den matt lackierten Schrankfronten, die sich den Wänden angleichen, findet sich Stauraum selbst für Utensilien der Terrassen. Eine davon erstreckt sich direkt vor dem Küchenbereich. Wie die großen Fenstertüren innen und außen verbinden, so beziehen sich die holzverkleideten Küchenfronten auf die Planken der Fläche im Freien. Eine gewisse Begrenzung, ja Einrahmung der großen Fensterflächen erreicht der Innenarchitekt durch Vorhänge und Stores. In Weiß und hellem Grau schaffen sie Atmosphäre, geben die Grundfarben vor, die in der gesamten Ausstattung aufgenommen werden. Im Schlafzimmer, wo über die Vorhänge auch eine Verdunklung des Raums möglich ist, gesellt sich noch das warme Braun der fünf Millimeter dicken Holztapete und die in Messingoptik erstrahlenden Nischen am Kopfende hinzu. Diese Nischen ersetzen klassische Nachttische und halten mit Schubfächern Ordnung im Kopfraum.
Diffuses Tageslicht fällt durch die Samtvorhänge des Bades. Hier hatten die neuen Eigentümer mit der Badewanne die Materialvorgabe für den Waschtisch übernommen. Im Spiegelschrank darüber verbirgt sich neben den üblichen Utensilien ein ausschwenkbarer Fernseher. Ein raffiniertes Detail, wie es in dieser Wohnung viele gibt. Schon die Vorbesitzer hatten ein Bussystem installiert, das nun ebenfalls erneuert wurde. Daran angeschlossen sind auch die unterschiedlichen Leuchten, die auf die Funktionen der Räume Bezug nehmen und mit unterschiedlichen Lichtstimmungen für Atmosphäre sorgen. Design und Technik spielen sich dabei in die Hände, ganz unaufdringlich, funktional.
www.beilstein-innenarchitektur.de
Fotos:
Sandra Püttmann
www.sandrapuettmann.de
(Erschienen in CUBE Köln Bonn 01|21)